„You don’t even know my name, people?“, entfährt es Dee Dee aka Kristin Gundred, Frontfrau der Dum Dum Girls. Halb gerührt über die Tiefkühl-Schwarzwälderkirschtorte, die ihr gereicht wird, halb entrüstet darüber, dass das Publikum beim Happy-Birthday-Singen die Stelle mit dem Namen mit undeutlichem Brummen füllt.

Egal. Sie nimmt ihr Plektrum, taucht es in die Sahne und kostet. Immerhin hat sie Geburtstag und immerhin hat sie gerade einen Gig hinter sich gebracht. Im Bassy Cowboy Club in Berlin, Prenzlauer Berg. Und was für ein Gig: ein verzücktes Publikum steht vor den vier Mädels LA/New York. Angeheizt von den extrem jungen und extrem tollen Violet Two Stripes kann eigentlich auch nix mehr schief gehen. Die drei Mädels zeigen, was sie auf den Gitarren drauf haben, die Stimme von Frontfrau Sophie erinnert mich angenehm an die junge Wendy James von Transvision Vamp. Und auch ihre Haare haben dieses durchgerockte Superblond, von dem ich immer schon träumte. Ach ja – das Powertrio kommt übrigens aus der Schweiz. Sowas.

Doch nun zum Hauptact: Im Internet kursiert ein Zitat von Kristin Gundred, sie wolle eine Band haben, die Musik macht, als hätten ihre Mitglieder(innen?) die Ramones gedatet. Von der Optik bekommen das die vier schon mal gut hin. Pony ist die Frisur der Stunde, Schwarz mit einer kleinen Beigabe Weiß bestimmt die Farbwahl, Lederjacken und löchrige Strumpfhosen dürfen auch nicht fehlen. Irgendwie klingen die Dum Dum Girls ja wie die Raveonettes – und richtig. Richard Gottehrer, der mit den Raveonettes arbeitete, hat wohl seine Finger im Spiel bei diversen Songs. Verräterisch auch der mit „Raveonettes“ beschriftete Verstärker…

Zum Ende kommt doch ein wenig Müdigkeit auf in dem ewig gleichen Garage-Noise-Pop mit Sixties-Anleihen, klingen die wabernden Gitarrensounds zu ähnlich und leider ist die Stimme der Frontfrau schlecht zu hören. „Turn the mics up!“, ruft es aus dem Publikum. Vergebens.
Am Schluss nehmen die Damen aber noch einmal Fahrt auf und belohnen das Publikum mit dem Hit „Coming down“. Das Schlussbild: arschcoole Damen und Schwarzwälderkirsch von Coppenrath & Wiese (vom Rewe gegenüber?). Super.

Zum Hören, Downloaden und gut finden: http://www.subpop.com/artists/dum_dum_girls

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