Eishockey, Frauen, Bier

24. März 2012, Hanson Brothers im SO36 – ein Pflichtabend für Fans des klassischen „1-2-3-4“-Ramones-Punk. Das Sideproject der Jungs von NoMeansNo bietet Punk ohne Nachdenk-Zwang, thematisch geht es um Eishockey. Ja, Eishockey. Nun gut, vielleicht auch noch um Bier und Frauen. „Jungs“ trifft es auch nicht so richtig gut, immerhin sind alle Bandmitglieder schon jenseits der 50.
Auf die Bühne kommen sie in Eishockey-Trikots, zwei Schiris sorgen für Ordnung und dann geht der „Puck-Rock“ auch schon los. Herrlich! Selten so gelacht und richtig guten Punk gehört. Mehr davon, Jungs!

Und er hier hat natürlich auch nicht gefehlt:

Friedrichshainer Entsafter

Neulich in Friedrichshain. Sonne, Café, Draußensitzen. Zwei junge Männer im Gangsta-Hip-Hop-Style spielen sich gegenseitig ihre neuesten Tracks vor. Sie tragen Riesen-Caps, Pilotensonnenbrillen und die weitesten Hosen der Welt. Stilecht liegen vor ihnen ein Mac Book Pro in Silber, zwei Kopfhörer – die Beats von Dr. Dre und ein Klassiker von Marshall. Sie reden in Gangsta-Slang und sagen „Isch“ statt „Ich“. Es ist alles sehr „swag“.

Eine kurze Gesprächspause entsteht.

Plötzlich sagt der eine: „Du, ich hab mir neulich einen Entsafter gekauft.“
Der andere: „Cool, sowas wollte ich auch immer haben!“
Das Gespräch dreht sich die weiteren 40 Minuten um Green Smoothies, Gazpacho-Rezepte und schwarze Tagliatelle mit selbstgefertigtem Peste.

Danke, Friedrichshain!

Guilty Pleasure: Italo Disco

Indie, Alternative und Minimal in Ehren, aber manchmal muss es eben Italo Disco sein. Mit Möp-möp-Autoscooter-Sounds und herrlich kitschig! Viele haben ja Angst ihre Musiknerd-Credibility aufs Spiel zu setzen, wenn sie ernsthaft zu geben würden, auch gerne mal zu Euro-Dance zu schwofen. Ich bin da ganz schmerzfrei uns freue mich immer sehr, wenn Musiker es wagen, geschickt auch mal Kirmes-Techno-Beats zu verarbeiten.

Ein Meister dieses Retro-Sounds ist Johan Agebjörn. Muss ich erwähnen, dass er Schwede ist? Seine Songs sind bombastisch und – pardon – „fett“, haben aber auch immer diesen herrlichen melancholischen Unterton. Super.

Mixen tut er auch. Ebenfalls turobosuper. Hier hat er auf Mixcloud eine Compilation rausgehauen, die superfantastisch ist. Saint Etienne (super!) und Laura Brannigan sind dabei, michiundeugen empfehlen aber besonders den Opener „Comme des enfants“.
Raus aus den Puschen und dance!

Jay Jay Johanson im HAU – eine Liebeserklärung

Ich bin verzaubert. Ich liebe seine Musik schon lange, 1998 war es, da erschien sein zweites Albun „Tattoo“. Dieses und der Vorläufer „Whiskey“ liefen in Dauerschleife bei mir. Und noch heute gehören sie in die Abteilung „Lieblings-„: die Sachen von Jay Jay Johanson.
Neue Projekte und Alben kamen und gingen, Jay-Jay Johanson wurde mal experimenteller wie bei „Antenna“ (vor allem optisch), aber diese eigentümliche Melancholie blieb.
Jetzt hab ich ihn endlich live gesehen – 17. März 2012, HAU, Berlin. Grandios. Perfekt. Ich lauschte fast zwei Stunden lang gebannt seinem Gesang. Nur mit Keyboarder und Mikro, im Hintergrund Beats vom Band, schaffte er es, dem Theater-Publikum wahre Jubelstürme zu entlocken. Gar nicht so leicht in einem bestuhlten Saal.
Verwaschen-schwarze Hose, hellblaues Hemd, von unfassbar dünner Statur stand er da, als Opener kam „Tell the girls that I am back in town„. Ein Gesamtkunstwerk mit klarer Stimme. Zwischendrin gab es ein paar Huster und den einen oder anderen Schluck Apfelsaft für den Maestro, stürmisch bedankte er sich für den Applaus und linste mit zusammengekniffenen Augen ins Publikum.
Die Zugabe nach der Zugabe: JJJ erschien noch einmal auf der Bühne, als der Saal fast leer war und unterhielt sich mit dem hartnäckigen Rest. Wieder dabei: das Glas Apfelsaft. Hach – JJJ, I love you!
Und ich muss dringend sein Album „Spellbound“ nacharbeiten. Zum üben:

Jay-Jay Johanson: Dilemma from Kalle dos Santos on Vimeo.

Cuntstraße

In Charlottenburg wird aus der Kantstraße eine englischsprachige Abart. Schön!

Superschlüpfer

Wo ist denn bloß mein Superschlüpfer hin?

Geknipst bei Superschlüpfer.

The Feeling of Prenzlauer Berg

Au Backe.

Zwei Gefühle

In Berlin liegen die Gefühle auf der Straße – ach nein, sie kleben an den schmierigen Häuserwänden. Urbane Fundstücke, so klar, so wahr.

Eigentlich könnte ich heute das hier unterschreiben:

 

Aber ich rufe mal die guten Geister in mir und sage:

Swag

Ein Song, in dem das Wort „swag“ auftaucht. Immerhin ist es doch das „Jugendwort des Jahres 2011“ geworden, wurde von mir aber noch nie in freier Wildbahn erhört.

Hier im Munde geführt von Donald Glover aka Childish Gambino (ein Name direkt aus dem Wu-Tang-Clan-Name-Generator). Schöner Song dazu! Macht, dass ich auch mal rappen will. Voll swag – und so!

Wild Flag

Nur noch zweimal schlafen. Dann sind Wild Flag in der Stadt und ich sehe endlich the one and only Carrie Brownstein. Nebenbei lerne ich auch das Lido kennen. Eine Unbekannte weniger auf der Berliner Konzertstättenliste.